7. November 2011 Die Geschichte der Jeans
Viele meinen ja, dass Levis Strauss der Erfinder der Jeans ist. Doch er war nur derjenige, der sie zu vermarkten wusste. Bereits um 1600 wurde in der kleinen südfranzösichen Stadt Nimes ein derber Baumwollstoff für Arbeitskleidung hergestellt, der damals unter dem Namen „Serge de Nimes“ bekannt wurde und heute unter der Bezeichnung „Denim“ fortlebt.
Auch Levis Strauss’ erste Baumwollhosen waren aus diesem braunen derben Stoff, später wählte er dazu einen blauen Stoff aus Genua, wovon sich die Bezeichnung „Jeans“ ableitete. Aber erst als er die Hosentaschen und Nähte für mehr Stabilität mit Nieten versah, entwickelten sie sich zu einem echten Verkaufsschlager, nicht nur unter dem Sonnenschutz der Goldgräber. Auch für Cowboys, Holzfäller und Farmer wurde die Jeans zum unerlässlichen Kleidungsstück.
Bis Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts war die Blue Jeans lediglich als Arbeitshose verbreitet, hatte aber mittlerweile alle Branchen erobert und war sozusagen zu ihrem Statussymbol geworden. Auch „halbstarke“ Jungs der besseren Gesellschaft trugen die blauen Nietenhosen als Zeichen ihrer Rebellion. Der europäische Jeans-Hersteller Mustang erkannte darin eine große Marktchance, stellte nun auch Blue-Jeans für Mädchen her und erfand die erste Stretch-Jeans.
Die neue Jeans-Mode begeisterte die gesamte westliche Welt: vom Hippie während der Flower-Power-Bewegung bis hin zum Deutschen Olympischen Komitee, das die deutschen Athleten zur Eröffnung der Olympischen Spiele in München in Mustang-Jeans-Anzügen antreten lies.
Bis heute ist die Jeans-Hose das meist verkaufte Bekleidungsprodukt geblieben und hat zahlreiche Modetrends überlebt. Dabei entstanden zahlreiche Versionen: Cordjeans, Stone-washed-Jeans, Knitterjeans mit gepressten Falten wie bei Plissees, Röhrenjeans, Bootcut oder Chinos, mit Reißverschluss oder Knöpfen am Hosenstall, Shorts und Caprijeans und viele, viele mehr. Sicher können wir uns auch in den nächsten Jahren noch auf zahlreiche Jeans-Kreationen freuen.